Stell-Dich-Ein der häufigsten Schädlinge im Hygiene- und Gesundheitsbereich:

Unter den vorkommenden Lebewesen auf unserer Erde gibt es eine Vielzahl von Tieren, die aufgrund ihrer Lebensweise und/oder Eigenschaften innerhalb des Siedlungsbereich von Menschen direkt oder indirekt auf diese einwirken können. Ob nun durch ihre bloße Anwesenheit, den sogenannten "Ekelerregern" oder aber den Arten, von denen eine oftmals bedeutende Gefahr für Mensch, Haus- oder Nutztier bestehen kann. Ebenso haben wir Menschen einen Hygienestatus, der nicht nur aufgrund von gesetzlichen Regelungen, eine nichttolerierbare Grenze besitzt, die oftmals deutlich überschritten wird.

Doch nicht jeder vermeintliche Schädling ist auch ein Solcher. Oftmals stellen sich Situationen dar, in denen Tiere laienhaft als Schädling deklariert werden, jedoch das vorgefundene Tier in der Natur als "Nützling" bekannt ist und gerade deshalb seine Berechtigung hat dort zu sein, wo er ist.

 

Im Verlauf dieser Seite, möchten wir Ihnen die in unseren Bereichen am häufigsten vorkommenden Schädlinge / Nützlinge ein wenig transparenter machen, und Ihnen somit Näherbringen!

Schädlinge und Lästlinge

Ameise

Formicidae

Ameisen leben in großen Ameisen-Staaten und jede einzelne Ameise hat eine ganz bestimmte Aufgabe zu erfüllen.
 
Sie gehören zu den Insekten und damit zu den Gliedertieren.  Sie besitzen einen Panzer aus Chitin. Außerdem haben sie sechs Beine und einen Körper, der in drei Abschnitte gegliedert ist und aus Kopf, Brust und dem Hinterleib besteht. Ameisen können je nach Art rötlich-braun, schwarz oder gelblich gefärbt sein. Am Kopf sitzen zwei abgewinkelte Fühler, auch Antennen genannt, die der Orientierung dienen.
 
Arbeiterinnen und Königinnen entstehen aus befruchteten Eiern, die Männchen dagegen aus unbefruchteten Eiern. 

Die fruchtbaren Weibchen sind die Jungköniginnen. Sie besitzen wie die Männchen Flügel, damit sie zum Hochzeitsflug und zur Paarung ausfliegen können. Wenn die Jungköniginnen begattet sind, werfen sie ihre Flügel ab. Arbeiterinnen haben keine Flügel.
Wie groß Ameisen werden, ist sehr unterschiedlich. Die Arbeiterinnen der Großen Roten Waldameise, die bei uns zuhause ist, werden zum Beispiel vier bis sieben Millimeter groß. 

Die Königin und die Männchen messen neun bis elf Millimeter.
 
Weltweit gibt es etwa 10.000 verschiedene Ameisen-Arten. Zu den bekanntesten Gruppen gehören die Bulldoggenameisen in Australien, die bis zu zwei Zentimeter lang werden, die Treiberameisen in den Tropen, die zu Tausenden auf Raubzüge gehen und die Knotenameisen, die eine auffällige Taille besitzen. 
 
Die häufigsten in Siedlungsbereichen vorkommenden sind die Braune Wegameise (Lasius brunneus) und die Schwarze Wegameise (Lasius niger)

Bettwanzen

Cimex lectularius

Es gibt viele Wanzenarten, meistens Pflanzenwanzen. Die Bettwanzen waren in früheren Zeiten ein großes Problem. Während der letzten Jahrzehnte waren sie weniger verbreitet, um nun wieder ein zunehmendes Problem zu werden. Bettwanzen sind schwer zu bekämpfen, verstecken sich effektiv, können lange ohne Wirtstier, d.h. ohne Nahrung überleben und sind resistent gegen die üblichen Bekämpfungsmittel.

 

Eine ausgewachsene Bettwanze hat einen breiten, oval flachen Körper und ist bei 4-5mm etwa so groß wie ein Apfelkern. Bettwanzen sind hellgelb/braun bis rotbraun, nachdem sie Blut gesaugt haben. Eine Bettwanze, die keine Nahrung aufgenommen hat, kann fast durchsichtig sein. Die Körperoberfläche ist mit kurzer goldgelber Behaarung bedeckt, was die Wanze gestreift erscheinen lässt.

 

Bettwanzen sind Blutsauger und suchen ihre Nahrung beim Menschen, an Haustieren, Fledermäusen und Vögeln. Sie sind nachtaktiv. Sie halten sich tagsüber in trockenen, spaltenförmigen Verstecken auf. Mittels Geruchsstoffen (Aggregationspheromone), die den Wehrdrüsen entstammen, locken sie sich gegenseitig an und bilden größere Ansammlungen. Erwachsene Tiere sind unempfindlich gegen Kälte und können bis zu 40 Wochen ohne Nahrung auskommen. Sie erzeugen bei Beunruhigung einen süßen Geruch, der als Alarm-Pheromon ein fluchtartiges Zerstreuen der Wanzenansammlungen bewirkt. Die Wanze benötigt bis zu zehn Minuten, um ihre Nahrung aufzunehmen, deren Menge bis zum Siebenfachen des Ausgangsgewichts des Insekts gehen kann.

Flöhe

Siphonaptera

 



In der Natur leben viele Arten von Flöhen. Tierflöhe kommen häufig vor und können durch das Zusammenleben auch auf den Menschen übergehen.

 

Wer im Frühjahr im Garten Blätter harkt, kann damit rechnen von Vogelflöhen befallen zu werden. Flöhe stechen und saugen Blut von Warmblütern inklusiv dem Menschen.

 

Flöhe leben meist auf Säugetieren, einige Arten jedoch befallen auch Vögel. Flöhe sind nicht völlig auf ein bestimmtes Wirtstier festgelegt und können auch mal auf eine andere Wirtsrart wechseln, um Blut zu saugen.

Flöhe werden etwa 2-4mm groß.

 

In Wohnungen fühlen sich Flöhe in Teppichen und Polstermöbeln wohl, wo sie auch die meiste Zeit verbringen. Nur zum Blutsaugen suchen sie den Menschen auf.

Ein Floh kann maximal 1½ Jahre alt werden. Die Lebensdauer des ausgewachsenen Rattenflohs beträgt 5 bis 6 Wochen. Die Larvenentwicklung dauert je nach Temperatur 8 Tage (warme Zimmertemperatur) bis zu einem Jahr. Es gibt drei Larvenstadien und ein ruhendes Puppenstadium.

Nach ihrem Verhalten werden die Flöhe in zwei Gruppen eingeteilt: Nestflöhe und Pelzflöhe. Die Nestflöhe bleiben stationär in der Nähe des Schlafplatzes ihres Wirtes in dunkler und trockener Umgebung. Sie kommen des Nachts aus ihrem Versteck, befallen den Wirt und verschwinden wieder im Versteck, wo sie ihre Eier legen. Sie sind extrem lichtscheu und lieben keine Ortsveränderung. Man findet sie daher nur sehr selten auf Kleidung, die in Gebrauch ist. Kennzeichnend ist, dass der Wirt wahllos über den ganzen Körper von Bissen befallen ist.

Bekanntester Vertreter ist der Menschenfloh, der sich tagsüber an den dunklen Stellen des Bettes aufhält. Die Pelzflöhe hingegen bleiben auf ihrem Wirt sitzen und wandern mit ihm mit. Sie vertragen daher Licht ohne weiteres sehr gut, springen auch Menschen an und setzen sich in deren Kleidung fest. Aber Menschenblut nehmen sie nur ausnahmsweise, wenn keine Ratten mehr zur Verfügung stehen.

Fliegen

Brachycera

 



Die Gruppe der Zweiflügler umfasst Mücken und Fliegen. Sie haben nur ein Paar funktionstüchtiger Flügel.

 

Die Lebensart der Zweiflügler variiert von Gruppe zu Gruppe. Viele ernähren sich im Larvenstadium von verrottendem organischen Material oder Pilzen. Vor allem Mückenlarven leben im Wasser. Einige Fliegenlarven sind auf Kadavern oder verfaulendem Pflanzenmaterial zu finden. Es gibt auch Zweiflügler, die als Parasiten auf Wirbeltieren leben. Andere sind Parasiten auf Insekten. Einige Arten verursachen Schäden auf verschiedenen Pflanzenarten.

In Deutschland gibt es an die 6000 Arten.

 

Einige Fliegenarten verbringen Teile ihres Lebenszyklus in Fleisch, Kot oder verwesendem organischen Material. Dort ist es möglich, dass sie pathogene Keime aufnehmen, diese als Vektoren transportieren und auf Mensch und Tier übertragen.

Besonders diverse Arten der Familien Schmeißfliegen (Calliphoridae), Fleischfliegen (Sarcophagidae) und Echte Fliegen (Muscidae, z. B. die weit verbreitete Stubenfliege), haben eine Bedeutung als Lästlinge und Krankheitsüberträger. Ihre Maden sind Abfallverwerter und leben überwiegend von toten pflanzlichen und tierischen Substanzen. Einzelne Arten leben auch in lebendem Gewebe und lösen dort als Krankheitserreger eine Myiasis aus (meint im engeren Sinne das durch parasitären Hautmadenfraß, unter anderem Larva migrans, verursachte Krankheitsbild).

 

 

Mäuse



Mus (musculus) - Hausmaus

    

Drei Arten von Mäusen kommen in Siedlungsbereichen vor und dringen in Gebäudekomplexe ein: die Hausmaus, seltener die Feldmaus und die Waldmaus.

 

Überall wo es Menschen gibt, sind auch Hausmäuse. Sie leben in hohlen Wänden, Böden oder auf dem Dachstuhl.

Die Hausmaus ist ein Allesfresser, bevorzugt aber Samen und Getreideprodukte. Das maximale Alter der Hausmaus beträgt ca.18 Monate.

Waldmäuse fühlen sich draußen in der Natur am wohlsten, kommen aber im Herbst ins Haus auf der Suche nach Wärme und Nahrung für den Winter.

Waldmäuse leben hauptsächlich von pflanzlicher Nahrung wie Nüssen, frischen Zweigen und Knospen. Im Haushalt sind die Mäuse dagegen nicht so wählerisch. Sie knabbern so ziemlich alles an z.B. Seife, Kerzenwachs, Fensterkitt, usw.

  • Mäuse können durch ein 6-7 mm großes Loch schlüpfen. Das ist etwa der Durchmesser eines Kugelschreibers.
  • Mäuse können 30 cm weit springen.
  • Mäuse werden etwa 10 cm lang, ohne Berücksichtiguung des Schwanzes
  • Mäuse sind nach drei Wochen geschlechtsreif.
  • Ein Experiment mit 24 Mäusen (12 Männchen und 12 Weibchen) führte zu 2000 Mäusen in einer Zeit von nur 8 Monaten.
  • Hausmäuse überleben auch ohne Zugang zu Wasser.

Die wildlebenden Arten sind überwiegend nachtaktiv, die kulturfolgenden Arten hingegen können zu jeder Tages- und Nachtzeit aktiv sein. Sie sind überwiegend Bodenbewohner, können aber gut klettern sowie – zumindest im Fall der Hausmaus – auch schwimmen. Als Ruheplätze dienen ihnen Felsspalten, selbst gegrabene Erdbaue oder menschengemachte Unterschlupfe.

 

Mäuse erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von 4,5 bis 12,5 Zentimetern, hinzu kommt ein 3 bis 11 Zentimeter langer Schwanz. Das Gewicht, soweit bekannt, liegt zwischen 12 und 35 Gramm. Das Fell ist je nach Art weich, rau oder stachelig, seine Färbung reicht an der Oberseite von hellgrau über verschiedene Grau- und Brauntöne bis schwarzbraun, die Unterseite ist heller. Der Schwanz erscheint unbehaart, ist aber mit feinen Haaren bedeckt.

 
Die Hausmaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 7 bis 11 Zentimetern, eine Schwanzlänge von 7 bis 10 Zentimetern und ein Gewicht von etwa 20 bis 25 Gramm.
 

Als sehr anpassungsfähiges Tier gilt die freilebende Hausmaus gemeinhin als Nahrungsmittelschädling.

Hausmäuse sind neben anderen kleinen Nagern ebenfalls Reservoirwirte für diverse Borrelienarten (Bakterien), die dann von Vektoren wie z.B. auch schon in Vorgärten vorkommenden Zecken auf Tier und Mensch übertragen werden können.

 

 Käfer

Coleoptera

 

Sie sind mit über 350.000 beschriebenen Arten in 179 Familien die weltweit größte Ordnung aus der Klasse der Insekten – noch immer werden jährlich hunderte neue Arten beschrieben. Sie sind auf allen Kontinenten außer in der Antarktis verbreitet; in Mitteleuropa kommen rund 8000 Arten vor. Die bislang ältesten Funde fossiler Käfer stammen aus dem Perm und sind etwa 265 Millionen Jahre alt.

 

Die Körperform der Imagines ist sehr vielfältig und variiert von sehr langen und schlanken bis zu gedrungenen, kurzen Arten. Es gibt dabei sehr flache bis stark kugelig geformte Körper. Die Körperform stellt dabei eine Anpassung an die Lebensweise der jeweiligen Art dar. So sind Käfer, die unter loser Rinde leben, immer flach; im Wasser lebende Arten, insbesondere schnelle Schwimmer, haben eine Stromlinienform. Die Strukturierung der Körperoberflächen ist ebenfalls sehr unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von glatten und glänzenden bis hin zu stark strukturierten Oberflächen mit Runzeln, Gruben, Rillen und Höckern. Ein entscheidender Evolutionsfaktor für die Ausbildung der Körperform ist, insbesondere bei bizarr geformten Arten, die Funktion der Tarnung vor Fressfeinden. Je besser sich eine Art optisch an einen Lebensraum angepasst hat, desto besser sind ihre Überlebenschancen.

Der Körperbau der Käfer folgt dem grundsätzlichen Bau der Insekten. Der Körper besteht aus drei Abschnitten: Kopf (Caput), Brust (Thorax) und Hinterleib (Abdomen). Die sichtbare Gliederung entspricht bei den Käfern aber nicht Kopf, Brust und Hinterleib. Der zweite sichtbare Abschnitt besteht nur aus dem ersten Segment der Brust, das zweite und dritte Segment bilden mit dem Hinterleib eine Einheit, die von den Deckflügeln (Elytren) überdeckt ist. Die Elytren sind das erste, stark chitinisierte Flügelpaar, die das zweite Flügelpaar schützen. Bauchseits ragen die hinteren Teile der Brust über die ersten Hinterleibssegmente hinaus, sodass auch hier das zweite und dritte Brustsegment zusammen mit dem Hinterleib eine optische Einheit bildet. Käfer haben, bis auf wenige Ausnahmen, ein stark gehärtetes Außenskelett aus Chitin. Als Extremitäten besitzen sie wie alle Insekten sechs Beine und zwei, bei den einzelnen Arten allerdings sehr unterschiedlich gestaltete, Fühler. Käfer gehören zu den Insekten mit kauenden Mundwerkzeugen. Wie alle Insekten haben sie ein Strickleiternervensystem, das jedoch dahingehend abgewandelt ist, dass sich im Hinterleib keine Ganglien mehr befinden. Das Blutgefäßsystem ist offen und besitzt ein Röhrenherz. Der einfache Verdauungstrakt mit den Malpighischen Gefäßen und das Tracheensystem für die Atmung entsprechen ebenfalls dem allgemeinen Bauplan der Insekten. Es gibt aber wegen der durch die lange Evolutionszeit bedingten Vielfalt der Käfer in fast allen Bereichen der Käferanatomie Abweichungen von diesem Grundbauplan.

 

Die Käfer werden zu den Holometabolen Insekten gezählt, da sie sich während ihrer Entwicklung vollständig verändern. In der Metamorphose verwandelt sich die Larve, die aus dem Ei geschlüpft ist, nach der Verpuppung zum Imago, dem ausgewachsenen Käfer, der im Erscheinungsbild und im anatomischen Aufbau komplett anders als die Larve ist. Die Larven durchleben in ihrem Wachstum verschiedene Larvenstadien, in denen sie sich häuten, da sie an Körpermasse zunehmen. Sie verändern sich aber nur in ihrer Größe, nicht in ihrer Gestalt. Sind sie ausgewachsen, verpuppen sie sich in einer freien Puppe (Pupa libera), bei der sämtliche Extremitäten, wie Fühler, Beine oder Flügel abstehen und auch als solche an der Puppe erkennbar sind. Nur sehr wenige Käferarten, wie beispielsweise die Marienkäfer, verpuppen sich in einer bedeckten Puppe (Pupa obtecta). Im Puppenstadium werden sämtliche Organe und der gesamte Körper der Larve zum Käfer umgebaut. Die Puppe ist meist praktisch unbeweglich, nur manche können sich etwas bewegen. Nach der Puppenruhe kann der fertige Käfer schlüpfen und der Kreislauf des Käferlebens von Neuem beginnen.

Die Anzahl der Generationen pro Jahr ist sehr unterschiedlich. In Europa benötigen die meisten Käferarten ein Jahr, um den gesamten Lebenszyklus zu durchleben. Es gibt aber sowohl Arten, die in einem Jahr mehrere Generationen hervorbringen, als auch solche, bei denen eine Generation mehrere Jahre für ihre Entwicklung benötigt.

 

Zu den Relevantesten im Bereich des Vorratsschutzes der Schädlingsbekämpfung zählen der Kornkäfer (Sitophilus granarius), der Reiskäfer (Sitophilus oryzae), der Maiskäfer (Sitophilus zeamais), der Khaprakäfer (Trogoderma granarium), der Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis), der Leistenkopfplattkäfer (Crypotlestes ferrugineus), der Mehlkäfer (Tenebrio molitor), der rotbraune Reismehlkäfer (Tribolium castaneum), der schwarze Getreidenager (Tenebrioides maruetanicus), der Getreidekapuziner (Rhyzopertha dominica), der Brotkäfer (Stegobium paniceum), der Speisebohnenkäfer (Acanthoscelides obtectus), der Tabakkäfer (lasioderma serricorne), sowie der Schinkenkäfer (Necrobia rufipes), der Australische Diebskäfer (Ptinus tectus) und der Moderkäfer (Lathridius sp.)

 

In den Bereich der Materialschädigung der Schädlingsbekämpfung fallen vor Allem der Wollkrautblütenkäfer (Anthrenus verbasci), der Messingkäfer (Niptus hololeucus), der Kugelkäfer (Gibbium psylloides), der gefleckte Pelzkäfer (Attagenus pellio), sowie der Speckkäfer (Dermestes lardarius) und der glänzendschwarzer Getreideschimmelkäfer (Alphitobius diapernius).

 

Da die Welt der Käfer so umfangreich ist und eine genaue Artenbestimmung vom hoher Bedeutung für die Erkennung des potentiellen Risikos und der daraus resultierenden Schäden, sowie Folgeschäden ist, geben Sie die genaue Diagnostik ausschließlich in Profihände.

Nur wenn man eindeutig klären kann um welche Art es sich handelt kann man auch entsprechende Maßnahmen einleiten.

Kellerasseln

porcellio scaber

 





In Deutschland gibt es ca. 30 Arten. Die meisten leben an der Erdoberfläche, einige kleinere Arten im oberen Bodenbereich. 

 

Die Kellerassel ist ein Krebstier, welches sich an das Landleben angepasst hat.

 

Alle Arten der Kellerassel atmen mit Kiemen und sind auf Feuchtigkeit angewiesen, um Luft zu bekommen. Sauerstoff bekommen sie aus Wasser. Kellerasseln reagieren also sehr empfindlich auf Austrocknung.

 

Kellerasseln leben von zersetzten Pflanzenteilen in sehr feuchter Umgebung. In Feuchtigkeit, Dunkelheit und Ritzen, wo die Sonne nie scheint, fühlen sie sich wohl. Keller und Souterrainwohnungen können von Masseninvasionen befallen werden.

 

Kellerasseln werden bis zu 18 mm groß und sind flach und oval geformt. Sie haben einen kräftigen Rückenpanzer, einen kleinen Kopf mit Facettenaugen, sowie zwei paar Antennen. Am Brustteil haben Kellerasseln sieben Beinpaare.

 

Bei Gefahren stellt sie sich tot (Schreckstarre). Wasser wird gemieden, da sie nicht schwimmen kann.

Die befruchteten 25 bis 90 Eier und die Larven werden in einer flüssigkeitsgefüllten Blase an der Bauchseite vom Weibchen etwa 40 bis 50 Tage getragen. Nach 14 Häutungen sind die Tiere geschlechtsreif, jedoch kommen auch dann gelegentlich noch Häutungen vor, nach ca. drei Monaten sind sie ausgewachsen. Sie haben eine Lebenserwartung von zwei Jahren.

 

 

 

Milben

Acari

 

Milben stellen mit etwa 50.000 bekannten Arten in 546 Familien die artenreichste Gruppe der Spinnentiere.

 

Milben haben sehr viele Lebensräume besiedelt. Rund die Hälfte der bekannten Arten lebt im Boden, wobei bei guten Bedingungen einige hunderttausend Milben pro Quadratmeter Platz und Nahrung finden. Unter den Lebensräumen befinden sich allerdings auch so ungewöhnliche wie beispielsweise Affenlungen, Nasenlöcher von Vögeln und Tracheenöffnungen von Insekten. Auch die meisten Menschen beherbergen Milben, beispielsweise an den Haarwurzeln der Augenwimpern.

 

Was die Tierchen zu unangenehmen Mitbewohnern macht, ist der
allergenhaltige Kot. Milben produzieren im Laufe ihres Lebens (2 - 4 Monate)
etwa das 200-fache ihres Gewichtes an Kot und Exkrementen. Die allergenen
Milbenpartikel vermischen sich mit der Raumluft und können dann die
zweithäufigste Allergieart auslösen: Die Hausstauballergie.

 

Es gibt eine ganze Reihe von Milben Arten und Gattungen. Neben der
Hausstaubmilbe gibt es noch Polstermilben, Raub- und Vorratsmilben sowie
Laufmilben. In für die Milben günstiger Umgebung legen die Milben Eier und
vermehren sich rasch. Trotz der gefährlichen Absonderungen sind die Milben mit
dem bloßen Auge nicht sichtbar und werden nur 0,2 - 1 Millimeter groß.

 

Erkrankungen durch Milben werden als Acariose bezeichnet.

Durch die Ausscheidungen der Hausstaubmilben können beim Menschen Hausstauballergien ausgelöst werden – mehr als 70 Prozent der Hausstaub-Allergiker entwickeln ohne Behandlung im Durchschnitt nach acht Jahren Asthma.

Grabmilben bohren Gänge in die Haut ihres Wirts und legen dort ihre Eier ab. Das verursacht bei dem Betroffenen starken Juckreiz. Die aus den Eiern schlüpfenden Larven erzeugen beim Menschen das Krankheitsbild der Krätze, bei Tieren die Räude.

Haarbalgmilben (Gattung Demodex) leben in den Haarbälgen von Säugetieren. Demodex canis lebt in der Haut vieler Hunde, jedoch nur bei Hunden mit einer Schwächung des Immunsystem kommt es durch sie zu einer typischen Hauterkrankung. Demodex folliculorum ist bei allen Menschen als harmloser Bewohner der Haarfollikel und Hautbewohner anzutreffen, wo er sich vor allem von Fett, aber auch Bakterien ernährt. Vermutet, aber unbewiesen ist ein Zusammenhang mit Rosazea.

Federmilben parasitieren auf oder in den Federn der Vögel.

Verschiedene Arten von Laufmilben (Trombiculidae) können beim Menschen auch die Trombidiose (Erntekrätze) verursachen.

Bei Honigbienen rufen einige Milben wie z.B die Varroamilbe Tierseuchen (Varroose, Acarapidose, Tropilaelapsose) hervor.

 

 Andere Milbenarten können durch ihren Biss Fleckfieber, Rickettsipocken, Tularämie und die Saint-Louis-Enzephalitis übertragen. Die Vertreter der Unterordnung Zecken können beim Blutsaugen gefährliche Krankheiten wie virale Hirnhautentzündung (FSME), Krim-Kongo-Fieber, Fleckfieber oder Borreliose übertragen.

 

Marder

(Mustelidae)

 





In unseren Bereichen gibt es zwei Marderarten, die dem Menschen – auch in der Stadt und ihrer Umgebung (z.B. am Waldrand) begegnen können.

 

Baummarder

Er ist erkennbar an seinem hellen Kehlfleck, wird umgangssprachlich auch als Gelbkehlchen bezeichnet. Dieses scheue Tier lebt eher in der Natur als im städtischen Umfeld, kann aber am Waldrand und größeren Parks angetroffen werden, verursacht in der Regel für den Menschen keine Probleme.

 

Steinmarder

Er wird auch als Weißkehlchen bezeichnet, wobei er aber den meisten Menschen, denen er Probleme bereitet, als Haus- oder Automarder besser bekannt ist.

Diese Marderart lebt in unmittelbarer Nähe des Menschen und ist bekannt dafür, dass er gerne unter Motorhauben klettert, dort Schäden an dem Fahrzeug anrichten kann und gelegentlich auch erbeutete Nahrung dort ablegt. Häufig findet man ihn als nächtlichen Störenfried auf dem Dachboden, wo er Isolierung und Dämmmaterial herauszieht und sich unter dem Dach einnistet.

 

  • Marder sind kleinere Raubtiere, die gerne Vögel, Jungvögel, Nager und Kaninchen erbeuten, aber auch Eier, Früchte, Beeren und anderes, was sie finden können. Sie gelten als Allesfresser.
  • Sie dringen in Geflügelställe ein und können dort Unheil anrichten. Im Beißreflex können sie alle Hühner töten.
  • Steinmarder gelten als Kulturfolger des Menschen, arrangieren sich mit dem Leben in der Stadt, sind aber auch auf dem Lande zuhause.
  • Verwandtschaft mit Dachs, Nerz, Wiesel, Iltis und Frettchen
  • Der männliche Marder wird als Rüde bezeichnet, also wie der männliche Hund.
  • Der weibliche Marder ist die „Fähe“.
  • Sie sind Eigenbrötler, die ihr Revier außer zu Paarungszeit und Aufzucht der Jungen gegen andere Artgenossen verteidigen.
  • Wie Katzen verrichten sie ihr großes Geschäft gerne, wenn möglich an denselben Stellen („Toilette“).

 

Marder unterstehen dem Jagdrecht und obgleich sie Schäden anrichten, gelten sie nicht als Schädlinge. Man darf sie vergrämen und das Gebäude gegen erneutes Eindringen sichern.

 

Im Ausnahmefall kann ihnen von Fangjagdsachkundigen mit einer (Lebendfang-)Falle nachgestellt werden. Hierbei sind ist die Schonzeit-Regelung (Mitte Oktober bis Ende Februar) zu beachten.

 

Motten

 

Vorratsmotten

Es gibt viele unterschiedliche Arten von Vorratsmotten. Die in Deutschland gewöhnlichsten sind: die Dörrobstmotte Plodia interpunctella), die Mehlmotte  (Ephestia kuehniella) und die Speichermotte (Ephestia elutella).

 

Die unterschiedlichen Arten von Vorratsmotten haben ähnliche Lebensgewohnheiten, unterscheiden sich aber in ihren Futterpräferenzen. Die ausgewachsenen Tiere verursachen keine Schäden. Die Raupen verursachen am meisten Probleme, indem sie Fäden spinnen, wenn sie in der von ihnen befallenen Ware umherkriechen. Raupen, die sich verpuppen, kriechen zumeist von den befallenen Waren weg. Neugeschlüpfte Motten können aus diesem Grund einige Wochen nach Entsorgung der Befallsware auftauchen.

Die Größe der ausgewachsenen Tiere kann je nach Art variieren. Die Farbe ist meist hellgrau. Bei der Dörrobstmotte sind die Vorderflügel rotbraun. Die Länge variiert zwischen 14 und 24 mm. Die Raupen sind zumeist grauweiß und je nach Art 9-20 mm lang.

 

 

Kleidermotten / Textilmotten

 

Textilmotten sind weltweit verbreitet. Viele Arten leben auch in Deutschland. Die zwei wichtigsten Arten, die im Haus vorkommen können, sind Kleidermotten (Tineola bisselliella) und Pelzmotten (Tinea pellionella).

 

Die Motten selbst verursachen keinen Schaden. Die Übeltäter sind die Raupen, die vor allem Textilien im Haushalt schädigen. Motten können nur schlecht fliegen, sind lichtscheu und sitzen versteckt im Dunkeln.

Es handelt sich um kleine gelb- oder grau gefärbte Falter. Beide Arten sind unspektakuläre Schmetterlinge mit einer Flügelspannweite von ca. 12-14mm Länge. Kleidermotten haben ockergelbe vordere Flügel und hellgelbe hintere Flügel. Pelzmotten dagegen haben graue bzw. schlammfarbene vordere Flügel mit zwei kleinen, dunklen Punkten. Die hinteren Flügel der Pelzmotte sind aschgrau.

 

Sowohl die Raupe der Kleidermotte als auch die der Pelzmotte leben in einer selbstgesponnenen Röhre aus abgenagtem Material ihrer Unterlage. Die Raupe der Kleidermotte verlässt ihren Kokon, um zu fressen, während die Raupe der Pelzmotte ihren Kokon immer mit sich zieht. Die Raupen können bis zu 10 mm groß werden.

 

Ratten

 



Rattus rattus / Rattus norvegicus 

 





In Deutschland gibt es zwei Arten von Ratten, die direkten Einfluss auf den Menschen und sein Umfeld haben. Diese sind die Wanderratte und die Hausratte.

 

Ratten sind eine vielgestaltige Gruppe, die einzelnen Arten unterscheiden sich beträchtlich. Sie erreichen eine Kopfrumpflänge von 8 bis 30 Zentimetern, die Schwanzlänge ist variabel, je nach Art kann der Schwanz deutlich kürzer bis deutlich länger als der Rumpf sein. Die Wanderratte, eine der schwersten Arten, erreicht 200 bis 400 Gramm – einzelne Tiere können bis zu 500 Gramm wiegen.

 

Wanderratte

(Rattus norvegicus)

 

Wanderratten sind große, kräftig gebaute Ratten mit eckigem Schädel, stumpfer Schnauze und einem dicken Schwanz, dessen Länge im Normalfall geringer ist als die Kopf-Rumpf-Länge. Die Kopf-Rumpf-Länge beträgt 19–29 cm, die Schwanzlänge 13–23 cm und die Länge des Hinterfußes 38–45 mm. Der Schwanz hat 163–205 Schuppenringe. Die Ohren sind rund und recht klein, sie haben eine Länge von 17–23 mm und erreichen nach vorn umgelegt maximal den hinteren Augenrand

Die Wanderratte fühlt sich überall in der Nähe des Menschen wohl, besonders an feuchten Orten wie Kellern oder der Kanalisation.

 

Die Wanderratte gräbt lange Tunnelsysteme im Erdreich. In ihren Bauten legen sie größere Kammern an, bauen dort Nester oder horten Futtervorräte. Wanderratten sind Allesfresser und eine ernst zu nehmende Gefahr als Verbreiter von Krankheitserregern.

 

Hausratte

(Rattus rattus)

 



Die Hausratte hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 16 bis 24 cm, eine Schwanzlänge von 18 bis 25 cm, der Schwanz weist 200 bis 260 Ringe auf, das Gewicht beträgt ca. 200 bis 400 g.

Die Schnauze der Hausratte ist spitz, Augen und Ohren sind verhältnismäßig größer als bei der Wanderratte (Rattus norvegicus). Hauptfarbformen sind ganz grauschwarz (besonders bei der Unterart rattus), braungrau mit grauer Unterseite (besonders bei der „Dachratte“ Rattus rattus alexandrinus) und braungrau mit weißer Unterseite (besonders bei der „Fruchtratte“ Rattus rattus frugivorus). Dazwischen gibt es Übergänge und weitere Farbformen.

 

Die Hausratte ist nur in kälteren Regionen an menschliche Siedlungen gebunden, wo sie bevorzugt in trockenen Wohn- und Vorratsgebäuden, aber auch in Kellern und Ställen lebt. Im Freiland sucht sie sich sehr unterschiedliche Schlupfwinkel und baut dort ihr Nest. Die Hausratte ist vorwiegend nachtaktiv. Als soziales Tier lebt sie in Gruppen, die fünfzig und mehr Individuen umfassen können. Sie bevorzugt pflanzliche Kost wie Getreide, Früchte, Samen und Wurzeln. Tierische Nahrung nimmt sie nur selten zu sich.

Die Fortpflanzung findet unter günstigen Bedingungen ganzjährig statt und die Tragzeit beträgt 21 bis 23 Tage. Pro Wurf werden ca. 8 bis 15 blinde und nackte Junge geboren, die nach sechs Wochen selbständig werden und die Geschlechtsreife im Alter von ca. vier bis sechs Wochen erreichen.

In den vergangenen Jahrhunderten wurden ab und zu auch Rattenkönige gefunden. Das sind zu einem Rattenhaufen verknotete Hausratten.

 

 

  • Ratten können sich durch ein 20 mm großes Loch zwängen. Das entspricht etwa dem Durchmesser eines 1-€-Stücks.
  • Ratten können in einem senkrechten Abflussrohr mehrere Stockwerke hoch klettern.
  • Ein Rattenpaar kann mit Nachkommen theoretisch in einem Jahr 800-1000 Junge bekommen.
  • Ratten werden 1- 3 Jahre alt.
  • Ratten können aus dem Stand einen Meter weit springen.
  • Ratten können, ohne Schwanz, bis zu 25 cm lang werden.

 

 

Schaben

(Blattodea)

 

Sie sind eine Ordnung hemimetaboler Insekten, die mit über 4000 Arten vor allem die Tropen und Subtropen besiedeln. Daneben finden sich einige, in menschliche Behausungen eingeschleppte Arten, die dann als Schädlinge oder zumindest als lästig gelten.

 

Derzeit sind etwa 4.600 Schabenarten bekannt. Als sehr wärmeliebende Gruppe haben sie ihren Verbreitungsschwerpunkt in den Tropen. In den Subtropen leben bereits weniger Arten, im europäischen Mittelmeerraum z. B. nur etwa 130 Arten. Obwohl sie generell feuchte Lebensräume bevorzugen, gibt es auch Arten die auf trockene Lebensräume, bis hin zu Wüsten, spezialisiert sind (z. B. Familie Corydiidae). Diese sind dann tagsüber eingegraben und kommen nur bei erhöhter Luftfeuchte nachts hervor.
In Mitteleuropa leben lediglich 15 Arten. In Deutschland sind nur sechs Arten der Unterfamilie Ectobiinae (Waldschaben) freilebend. Lebensraum sind je nach Art Wälder, Waldränder oder auch Trockenrasen. Die Arten haben bei in Deutschland einen zweijährigen Entwicklungszyklus, die abgelegten Ootheken überwintern, die jungen Nymphen schlüpfen erst im folgenden Frühjahr. Die übrigen Arten sind eingeschleppt und leben ausschließlich in beheizten Häusern oder unter besonderen Bedingungen im Freiland (z. B. auf Müllkippen mit Wärmeentwicklung). Häufig sind solche Arten nur in dauerhaft sehr warmer Umgebung. Man findet sie besonders in Bäckereien, Großküchen, Gewächshäusern und Terrarien. Sie können auch in Wohnungen vorkommen und hier sehr lästig werden. Hier sind sie aber bei uns eher selten und stellen bei weitem nicht ein solches Problem dar wie in wärmeren Ländern. Die bekanntesten Arten in Mitteleuropa sind die Gemeine Küchenschabe (Blatta orientalis), auch Kakerlake genannt, und die Deutsche Schabe (Blattella germanica). In menschlichen Behausungen finden sie oft ideale Lebensbedingungen und wurden daher in die ganze Welt verschleppt. Auch heimische Arten wie die Gemeine Waldschabe (Ectobius lapponicus) werden in Ausnahmefällen in Häusern lästig.


Schaben ernähren sich von unterschiedlichsten Stoffen pflanzlicher und tierischer Herkunft. Vor allem die synanthropen Arten sind Allesfresser (Omnivore). Die meisten im Freiland lebenden Arten sind saprophag und fressen z. B. Fallaub am Waldboden. Eine Reihe von Arten (z. B. Cryptocercus) sind auf verrottendes Totholz als Nahrung spezialisiert. Andere schaben Algen und Flechten von Holz und anderen Oberflächen ab. Einige Arten nutzen neben anderer Nahrung weiche Pflanzenteile oder Keimlinge. Sie können gelegentlich in Gewächshäusern schädlich werden. Es sind aber keine Arten bekannt, die spezialisiert grüne Blätter oder andere Teile lebender Pflanzen fressen würden. Viele in Baumkronen lebenden tropische Arten nutzen Pollen und Honigtau. Einige Arten sind fakultative Räuber (Prädatoren) von anderen Arthropoden.

 

Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) 

 

Ist bekannt als Vorratsschädling, der durch die Übertragung von Krankheitserregern auf den Menschen auch gesundheitliche Schäden verursachen kann.

Ausgewachsene Schaben sind 13 bis 16 mm lang und hell- bis dunkelbraun gefärbt. Auf dem Prothorax befinden sich zwei parallele schwarze Längsstreifen. Die Weibchen sind dunkler gefärbt als die Männchen.

Ihr Hinterleib ist im Vergleich zu den Männchen breiter und hinten abgerundet. Die erwachsenen Tiere haben zwar Flügel, können aber nicht fliegen. Bei den leichteren Männchen kann man allenfalls einen Gleitflug beobachten. Dafür ist die Deutsche Schabe ein guter Läufer und kann bis zu 29 cm pro Sekunde zurücklegen.

 

Die ausgewachsenen Schaben kopulieren bereits wenige Tage nach der Häutung, und die erste Oothek wird nach 1 bis 2 Wochen gebildet. Die mittlere Lebenserwartung der erwachsenen Tiere beträgt 100 bis 200 Tage.

Die Weibchen produzieren in diesem Zeitraum ca. 4 bis 8 Ootheken (im Mittel 5), die jeweils 18 bis 50 Eier enthalten können, meist ca. 36. Die Eibehälter werden von den Weibchen während der Embryonalentwicklung umhergetragen und mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt. Die Weibchen reduzieren ihre Aktivität während des Austragens der Ootheken.

Kurz vor dem Schlupf der Larven suchen die Weibchen eine Wasserquelle auf und erhöhen durch Wasseraufnahme ihren Haemolymph-Druck, wodurch die Oothek abgestoßen werden kann. Durch die obligatorische Wasseraufnahme der Weibchen wird gewährleistet, dass die frisch geschlüpften Larven, die nur einen eng begrenzten Aktionsradius haben, eine Feuchtigkeitsquelle zur Verfügung haben. Die Larven verharren die letzten drei Tage vor der nächsten Häutung in ihren Verstecken und bereiten sich auf diesen Prozess vor. Die ersten beiden Larvenstadien haben nur einen geringen Aktivitätsradius im Bereich ihrer Feuchtigkeitsquellen.

Die Entwicklung vom Ei bis zur geschlechtsreifen Imago kann unter optimalen Bedingungen bereits nach 40 Tagen abgeschlossen sein. Sie dauert in der Regel 2 bis 3, selten mehr als 7 Monate. Die Deutsche Schabe hat damit eine kurze Entwicklungszeit, was sicher neben ihrer geringen Körperlänge ein Grund für ihre erfolgreiche Ausbreitung in der Umgebung des Menschen ist.

Die Imagines sowie die älteren Larvenstadien können durchaus bis zu 40 Tage hungern, wenn ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung steht.

 

 

Wespen

(Vespinae)

 

 

Echte Wespen ähneln in ihrem Körperbau den übrigen Faltenwespen, sind aber im Durchschnitt größer. Wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu den Feldwespen und Solitären Faltenwespen ist der Bau des Hinterleibs, der bei Echten Wespen direkt hinter der Einschnürung (der „Wespentaille“) eine breite Basis, fast so breit wie die Maximalbreite des Hinterleibs, besitzt. Alle Arten zeigen die wespentypische schwarz-gelbe Warnfärbung, bei einigen Arten wie z.B. der Hornisse kommen Rot- oder Rotbrauntöne hinzu. Echte Wespen bilden Staaten oder leben sozialparasitisch als sogenannte Kuckuckswespen.

 

 

Adulte Echte Wespen fressen überwiegend Nektar, Pollen, Steinfrüchte, Pflanzensäfte, tierische Stoffe und Insekten. Die Larven werden mit Fleisch von toten oder erbeuteten Tieren gefüttert, wobei die Nahrungsquellen hier sehr vielfältig sind.

 

 

 

Nestbau

 

Wespennester bestehen aus einer papierartigen Masse. Ausgangsmaterial für den Nestbau ist morsches, trockenes Holz, das zu Kügelchen zerkaut wird. Die Nester sind bei Hornissen nach unten hin geöffnet, bei den übrigen Wespenarten ist die Außenhülle bis auf ein Einflugloch geschlossen. Sie haben anfangs fünf bis zehn Zellen in meist etwas abgerundeter Wabenform. In diesem Stadium werden sie von der Königin allein betreut.

Sie sind dann den Nestern der Feldwespen sehr ähnlich, unterscheiden sich aber durch den Ansatz der Nesthülle, die von Anfang an mit angelegt, aber anfangs nicht geschlossen wird. Die Nester bestehen später aus mehreren, übereinander angeordneten Wabenetagen, die stets waagrecht ausgerichtet und nach unten geöffnet sind, und einer isolierenden, mehrschichtigen Außenhülle.

Meist verhüllt die Außenhülle die Waben, die nur bei Zerstörung der Hülle sichtbar werden. Beim Nestwachstum bauen die Tiere die Hülle ab, wenn unten neue Waben angefügt werden, und schließen sie sofort wieder.

 

Von April bis in den Oktober kann die gemeine Wespe (vespula vulgaris) in ganz Mitteleuropa beobachtet werden. Neben der deutschen Wespen ist sie die häufigste Wespe hierzulande. Sie bevorzugt offenes, trockenes Gelände. Wärmeinseln werden besonders gern besiedelt.

 

Im April ist zunächst die Königin aktiv, ab Juni kommen die Arbeiterinnen dazu und ab dem Spätsommer (August bis Oktober) werden die Männchen und neue Jungkönniginnen gesichtet.

 

Die junge Königin, die einen solchen Staat gründet, legt im Frühjahr jeweils ein Ei in die ersten Zellen des von ihr gebauten neuen Nests.

Die Eier befruchtet sie kurz vor der Eiablage mit Spermien aus einer Samentasche, in der sie einen Spermienvorrat aus dem letzten Herbst mit sich trägt.

Die sich anschließend entwickelnden Larven füttert sie mit einem Brei aus zerkauten Insekten. Nach der Fütterung geben die Larven einen zuckerhaltigen Tropfen ab, der wiederum zur Ernährung der Königin dient und für die Larven die einzige Möglichkeit darstellt, Flüssigkeit abzugeben.

Erst kurz vor der Verpuppung geben die Larven Kot ab. So wird verhindert, dass es im Nest durch Verschmutzung mit Ausscheidungen zu Fäulnis kommt.

 Durch die von der Königin verströmten Pheromone entwickeln sich aus den Larven keine neuen befruchtungsfähigen Weibchen, sondern unfruchtbare Arbeiterinnen. Die zuerst geschlüpften Arbeiterinnen übernehmen anschließend alle weiteren Arbeiten mit Ausnahme des Eierlegens.

Von diesem Zeitpunkt an fliegt die Königin immer weniger aus, bis sie das Nest überhaupt nicht mehr verlässt und sich nur noch der Eiablage widmet.